Starker Haarausfall

Welche Mittel wirken gegen Haarausfall?

Die Haarpracht hat einen weitverbreiteten Status als sekundäres Geschlechtsmerkmal und Spiegel eines gesunden und vitalen Körpers. Obwohl nicht immer ein körperlicher Zusammenhang zwischen dem Verlust der Haarpracht und dem Schwinden der Vitalität oder sexuellen Potenz bestehen muss, gehen diese oft Hand in Hand wegen des psychischen Drucks, dem sich Betroffene oft selbst aussetzen.

Jeder kennt diesen Schreckensmoment nach dem Duschen, wenn der Abfluss voll mit Haaren ist. Von Haarausfall wird in der Dermatologie gesprochen, wenn über einen längeren Zeitraum hinweg weit mehr als bis zu einhundert Haare täglich ausfallen. Haarwurzeln produzieren etwa 35 m Kopfhaar am Tag, benötigen für diese Leistung jedoch Sauerstoff und Nährstoffe aus dem Blut. Ein System von feinen Blutgefäßen direkt unter der Kopfhaut dient zur Versorgung dieser Mini-Fabriken. Gerät das System aus dem Gleichgewicht, wird das Haarwachstum gestört und es kann zu Haarausfall kommen.



Haarverlust-Typen und passende Therapien

Stress ist für die Haarpracht ein wahrer Übeltäter. Sogenannter Spannungshaarausfall sorgt für die Entstehung der ?Denkerstirn? oder ?Geheimratsecken? durch die nach vorne gespannte Kopfhaut. Zu Beginn lassen sich diese Stellen noch mit anderen Haaren überdecken, es ist jedoch an der Zeit eine geeignete Therapie zu beginnen, um so viele Haarfollikel wie möglich vor dem Absterben zu bewahren.

Grundsätzliches Ziel jeglicher Behandlungsmethoden sollte immer zuerst die Feststellung der Ursache für den Haarausfall sein, um anschließend die richtige Therapie einzuleiten.

In den häufigsten Fällen ist das Schwinden des Haupthaars genetisch bedingt, wodurch die Chance einer erfolgsversprechenden Behandlung erheblich sinkt.Mit einer ausgewogenen Ernährung, welche reichlich Zink, Biotin und Folsäure (z. B. in Vollkorn- und Milchprodukten, Obst und Gemüse) enthalten sollte, können Betroffene einiges dafür tun, um möglichst lange schöne, gesunde Haare zu erhalten.

Das Spurenelement Zink spielt quasi die Hauptrolle im Haarwachstum. Es ist zuständig für die Zellteilung ? wodurch das Wachstum erst möglich wird ? sowie maßgeblich an der Bildung von Kollagen, welches das Haar in der Haut ?verankert? und Keratin, das ein Hauptbestandteil von Haut, Haaren und Nägeln ist, beteiligt.

In der Naturheilkunde wird bei nicht genetisch bedingtem Haarausfall ?Sägepalm-Extrakt? verwendet. Das körpereigene Enzym 5-Alpha-Reduktase wandelt in den Haarwurzeln das gute Testosteron in schädliches Dihydrotestosteron (DHT) um, welches für das vorzeitige Absterben der Haarwurzeln verantwortlich gemacht wird. Der ?Sägepalm-Extrakt? soll die Aktivität dieses Enzyms hemmen. Über die tatsächliche Wirkung dieser Methode gibt es nur wenige wissenschaftliche Studien, weshalb Betroffene sich nicht auf ein übermäßig positives Ergebnis versteifen sollten.

Ganzheitliche Methoden beschäftigen sich mit dem Menschen sowie Körper und der Psyche. Primäre Aufgabe ist die Ursachenforschung und ?beseitigung durch beispielsweise Phytotherapie, Homöopathie und weitere Methoden. Heilpraktiker oder entsprechende Institute bieten als Therapie unter anderem die Entsäuerung, Aromatherapie oder Elektroakupunktur an.

Die Entgiftung des Körpers um ihn von Schadstoffen zu befreien, welche zur Übersäuerung und damit verbundenem Haarausfall führen können, ist ein wesentliches Grundprinzip der alternativen Therapien. Natürliche Aminosäuren in bestimmten Kombinationen helfen nachweislich das allgemeine Wohlbefinden zu steigern und das Problem des hormonell-bedingten Haarausfalls abzuschwächen. Das Entgiften wie auch Fasten sollte unter ärztlicher Aufsicht durchgeführt werden, um nicht durch übertriebene Weise die Glatzenbildung zu begünstigen.

Von Haarausfall Betroffene leiden in den meisten Fällen (90%) unter erblich bedingtem Haarausfall. Finasterid und Minoxidil sind medikamentöse Präparate, die den Haarausfall zwar stoppen können, jedoch entstehen an den bereits kahlen Stellen keine neuen Haare. Finasterid darf nicht bei Frauen angewandt werden, stattdessen finden hier Hormonpräparate ihren Einsatz. Zudem verlangen diese Medikamente äußerste Disziplin bei der Einnahme, da schon einmaliges Vergessen zum Abbruch der Wirkung führen kann.