Starker Haarausfall

Shampoos und Tinkturen für die Kopfhaut

Vor allem Männer leiden unter Haarausfall. Bei vielen beginnt dieser bereits in jungen Jahren, sodass sie schon in mittlerem Alter eine Glatze haben. Häufig kommt es aber auch zur Bildung sogenannter Geheimratsecken, bei denen die Haare partiell an den Schläfen ausfallen. Im Handel sind zahlreiche Wundermittel herhältlich, denen allen gemein ist: großer Preis für kleine Wirkung.

Immer häufiger werden in Drogerien, Apotheken und Supermärkten Shampoo und Haarwasser mit Koffeinzusatz zum Kauf angeboten. Glaubt man der Werbung, so lässt Koffein im Shampoo das Haar kräftiger nachwachsen und verlängert sogar die Wachstumsphase. Die Koffeinpräperate müssten lediglich mindestens siebenmal pro Woche angewendet werden. Vor allem bei Shampoos muss der Benutzer darauf achten, dass er das Präparat gut einmassiert. Dadurch wird die Kopfhaut extrem gut durchblutet und der Koffeinzusatz kann seine volle Wirksamkeit entfalten. Doch was ist dran an diesem neuen Wundermittel?

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Koffein als Wirkstoff gegen die Glatzenbildung

Im Jahr 2004 entdeckten Wissenschaftler der Dr.-Kurt-Wolff Forschung, die positive Wirkung von Koffein auf das Haarwachstum. Als sie kurz darauf eine Trägersubstanz entwickelten, mit deren Hilfe das Koffein direkt bei der Haarwäsche in den Haaransatz eindringen kann, wurden die ersten Koffein-Shampoos entwickelt. Allerdings muss das Shampoo dazu rund zwei Minuten auf dem Kopf einwirken können. Spült man es vorher aus und verkürzt somit die Einwirkzeit wird weniger Wirkstoff in das Haar transportiert. Lässt man das Shampoo länger einwirken, erhöht sich auch die Koffeinaufnahme der Haarwurzeln. Die Forscher stellten fest das dies bis zu 30 Minuten nach dem ersten Auftragen der Fall ist. Jedoch kann es bei längeren Einwirkzeiten als zwei Minuten, bei empfindlichen Personen zu Hautreizungen kommen. Deshalb wird empfindlichen Personen empfohlen, die Anwendung mit ihrem Hautarzt abzusprechen. Es kann auch eine kleine Menge des Präparates auf den Unterarm aufgetragen werden, zeigen sich hier nach 30 Minuten keine Rötungen und Reizungen so wird das Mittel in der Regel auch auf der Kopfhaut gut vertragen.

Von den Forschern wird empfohlen, so früh wie möglich mit der Behandlung von Haarausfall durch ein Koffeinshampoo zu beginnen. Im Idealfall sollte in der Pubertät mit der Anwendung begonnen werden. Denn dann wird das männliche Hormon Testosteron freigesetzt, welches eine negative Wirkung auf den Energiehaushalt des Haares hat. Dies führt zu einer Verkürzung der Wachstumsphase und somit zum Haarausfall. Besonders sorgfältig sollten Männer ein Koffeinpräparat verwenden, in deren männlicher Verwandtschaft es zu vermehrtem Haarausfall oder Glatzenbildung kommt. Das Shampoo kann auch nicht als Kur über ein Paar Wochen verwandt werden, da die Koffeinkonzentration im Haar nach Ende der Behandlung abgebaut wird.

Sparfüchse werden nun vielleicht auf die Idee kommen, dass man sich die Anschaffungskosten für ein Spezialshampoo für den Rest seines Lebens getrost sparen könnte. Schließlich enthält Kaffee ja auch Koffein und dieser kann preiswert zubereitet, auch in das Haar einmassiert werden. Hierbei handelt es sich jedoch um einen Trugschluss, den Koffein aus normalem Kaffee ist, nicht in der Lage bis zur Haarwurzel vorzudringen. Nur wenn das Koffein, wie in einem Spezialshampoo, an einen Trägerstoff gekoppelt ist, kann es in die Kopfhaut eindringen und dort seine Wirkung entfalten.

Allerdings muss die Behandlung mit dem Koffeinshampoo ein Leben lang beibehalten werden. Da das Haar regelmäßig durch das Koffein mit Energie versorgt wird, verlängert sich seine Wachstumsphase. Unterbricht man die Behandlung, wird auch die Energieversorgung der Haarwurzeln unterbrochen. Dadurch verkürzen sich die Wachstumsphasen wieder und das Haar fällt wieder vermehrt aus. Mit besonderer Vorsicht sollten zudem der Haaransatz an der Stirn und am Hinterkopf behandelt werden. Denn diese Regionen sind im Durchschnitt häufiger von Haarausfall betroffen als der Rest der Kopfhaut. Um eine gute Wirkung zu garantieren, sollen die Haare täglich mit dem Koffeinshampoo gewaschen werden. Denn das Koffein hält sich rund 24 Stunden in der Kopfhaut, dann wird es abgebaut. Damit die Haarwurzel ausreichend mit Koffein versorgt ist, sollte das Präparat also möglichst regelmäßig verwendet werden.

Äußerst vorsichtig sollten jedoch Spitzen- und Leistungssportler bei der Verwendung solcher Spezialshampoos sein. Denn Koffein steht auf der Dopingliste und die Überprüfung auf Koffein gehört zu den meist durchgeführten Dopingkontrollen. So warnt auf jeder Shampooflasche ein Hinweis vor der Verwendung für Leistungssportler. Denn der regelmäßige Gebrauch von Koffeinshampoo führt zu einem gleichen Ergebnis des Dopingtests wie der Genuss von etwa 70 Tassen Kaffee. Denn der Wirkstoff Koffein lagert sich im Haar ab und bleibt dort bis zu zwei Jahre nachweisbar. Allerdings vermindert sich mit der Zeit seine Konzentration, kann aber noch in kleineren Mengen nachgewiesen werden. So erhielten bereits mehrere Spitzensportler eine Wettkampfsperre, weil sie nach der Verwendung von Koffeinshampoo ein positives Dopingtestergebnis hatte. Deshalb sollten Leistungssportler, diese Präparate nicht nur in der aktiven Wettkampfphase sondern auch während der Vorbereitung- und Trainingszeit strikt meiden.