Starker Haarausfall

Kann die Homöopathie bei Haarverlust helfen?

So unterschiedlich, wie die möglichen Ursachen von Haarausfall, so verschieden sind auch die Behandlungsmethoden. Eine Alternative zur schulmedizinischen Behandlung stellt die Homöopathie dar. Nicht wenige sehen in der homöopathischen Behandlung einen letzten Strohhalm in ihrem Kampf gegen den Verlust des Kopfhaars, wenn Hausmittel wie Schulmedizin versagt haben. Andere setzen generell lieber auf diese sanftere Form der Medizin, weil sie der Schulmedizin eher skeptisch gegenüberstehen. Wunder kann auch die homöopathische Behandlung von Haarausfall nicht vollbringen, ein wirksames Mittel gegen genetisch bedingten Haarausfall kann sie genauso wenig vorweisen wie die Schulmedizin. Bei einer Vielzahl von Ursachen für ausfallendes Haar und Kopfhautprobleme stellt die Homöopathie jedoch eine mögliche Alternative auf natürlicher Basis dar. Zudem kann sie in ärztlicher Absprache auch unterstützend zur schulmedizinischen Behandlung eingesetzt werden.



Vorteile und Nachteile einer naturheilkundlichen Behandlung

Der Vorteil der Homöopathie liegt vor allem in ihrem ganzheitlichen Ansatz. Da Haarausfall oft nicht nur auf einer Ursache beruht und eine homöopathische Behandlung sich nicht nur an Symptomen orientiert, können hier durchaus Erfolge erzielt werden. Besonders, wenn der Haarausfall in Ursachen wie Stress, Nährstoffmangel oder Erkrankungen der Kopfhaut begründet liegt, kann die Homöopathie helfen. Auch, wenn auf Medikamente allergisch reagiert wird und während Schwangerschaft oder Wechseljahren lässt sich mit einer homöopathischen Behandlung oft viel erreichen. Weil Menschen jedoch recht unterschiedlich auf die Behandlung mit homöopathischen Mitteln ansprechen, gibt es natürlich auch hier keine Erfolgsgarantie.

Viele Menschen versuchen sich gerade bei homöopathischen Mitteln gerne an einer Eigenmedikation. In Ratgeberbüchern und vor allem im Internet kursieren zahlreiche Empfehlungen, welche Mittel bei welchen Problemen zum Einsatz kommen sollten. Wer allerdings selbst kein Experte für die homöopathische Naturheilkunde ist, sollte sich in jedem Falle an einen erfahrenen Homöopathen wenden. Die Aussichten auf eine erfolgreiche Behandlung sind bei der Medikation im Selbstversuch eher gering. Gerade bei Problemen wie Haarausfall, der eine ganze Reihe von Ursachen haben kann, wird in der Homöopathie nicht selten ein ganzer Medikamentenkomplex benötigt, um eine Linderung zu erzielen. Es empfiehlt sich also, die Homöopathie als Heilkunde ernst zu nehmen, auch wenn die Gesundheitsgefahren bei einer ungeeigneten Medikamentierung gering sind ? die Erfolgsaussichten sind es sonst meist auch.

Entscheidet man sich dafür, seinen Haarausfall homöopathisch behandeln zu lassen und hat einen guten Homöopathen gefunden, steht am Anfang der Behandlung immer eine umfassende und gründliche Diagnostik. Anhand der Ergebnisse stellt der Naturheilkundler dann die individuell abgestimmte Medikamentierung zusammen. Die Wirkung der Homöopathie beruht auf dem Ähnlichkeitsprinzip: Dem Erkrankten werden in extrem geringer Dosierung Mittel verabreicht, die bei einem gesunden Menschen zu ähnlichen Krankheitserscheinungen führen würden, wie sie beim Erkrankten auftreten. Auf diese Weise sollen die Selbstheilungskräfte des Patienten angeregt werden und den Genesungsprozess einleiten. Die Wirkstoffe, die bei homöopathischen Behandlungen zum Einsatz kommen, sind meist pflanzlich, aber auch tierische und anorganische Substanzen werden verwendet.

Hergestellt werden Homöopathika durch Verdünnen und Verschütteln oder Verreiben geringer Mengen Wirksubstanz mit Alkohol, Wasser, Glycerin oder Milchzucker. Durch diesen ?Dynamisierungsprozess? soll die Arzneikraft der Substanzen freigesetzt werden. Der Prozess des Verdünnens und Verschüttelns oder Verreibens wird Potenzieren genannt. Man geht überwiegend davon aus, dass besonders stark verdünnte hohe Potenzen eine stärkere Wirkung entfalten als niedrigere Potenzen. Viele Homöopathen arbeiten aber auch vorwiegend mit niedrigen Potenzen. Verabreicht werden Homöopathika in Form von Tropfen, Tabletten oder sogenannten Globuli, kleinen Zuckerkügelchen. Tabletten kommen vorwiegend bei niedrigen Potenzen zum Einsatz. Da Tropfen meist Alkohol enthalten, werden bei entsprechender medizinischer Indikation und bei Kindern überwiegend Globuli eingesetzt. Es gibt aber auch alkoholfreie homöopathische Tropfen.
Auf Grund des Ähnlichkeitsprinzips kann es zu Beginn einer homöopathischen Behandlung gegen Haarausfall zunächst zu einem verstärkten Ausfallen der Haare kommen, wovon man sich allerdings nicht beunruhigen lassen sollte. Nach dieser kurzzeitigen, sogenannten Erstverschlimmerung, die eine typische homöopathische Nebenwirkung ist, tritt schnell eine Besserung ein.
In vielen Fällen von Haarausfall kann die Homöopathie helfen. Unabdingbar ist aber auch hier eine vorherige Abklärung der Ursachen für den Haarausfall.